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Das Projekt

Das Projekt

Konzept | Ziele | Projektstand | Projektbeteiligte

 

Konzept

Das Konzept sieht vor, die Gruppen der Älteren sowie Menschen mit Behinderung mit der Gruppe der Alleinerziehenden und deren Kindern in einer Hausgemeinschaft zusammen zu bringen. Ähnliche Defizite mit ähnlichen Auswirkungen stehen unterschiedlichen Ressourcen gegenüber. Beide Gruppen haben in ihrem Alltagsleben mit ähnlichen Schwierigkeiten (Finanzielle Nöte, Defizite an Versorgung von individuellen Bedürfnissen, sinkender Lebensstandard, häufig Isolation) zu leben. Dem gegenüber verfügen beide Gruppen jedoch über unterschiedliche Ressourcen: Bei Senioren steht meist ein Überangebot an Zeit zur Verfügung während die Alleinerziehenden unter Zeitdruck stehen.

Ein Verlust von Aufgaben und Verantwortung bei den einen steht eine permanente Überforderung bei den anderen gegenüber. Von der Lebenserfahrung der Älteren können die „unerfahreneren“ Jüngeren profitieren. Der zunehmenden Bewegungseinschränkung bei den Senioren steht die Mobilität der Jüngeren gegenüber.

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und organisatorische Schwierigkeiten lassen sich in einem Versorgungsverbund wesentlich leichter und kostengünstiger bewältigen, als von dem Einzelnen. Bestandteile des Projektes sind:

1. Es entstanden 1-4 Zimmer-Wohnungen für Senioren, Alleinerziehende und Familien sowie Menschen mit Behinderung. Ein zusätzlicher Gemeinschaftraum als kommunikative Anlaufstelle befindet sich im Erdgeschoss.

2. Eine viergruppige Kindertagesstätte des Humanistischen Sozialwerks Bayern ist integriert. Hier werden zum einen die Kinder der BewohnerInnen betreut, zum anderen soll die Einrichtung für Kinder aus der Nachbarschaft geöffnet sein. Zur Unterstützung können Senioren die Kinder auf ehrenamtlicher Basis betreuen. Die Kindertagesstätte dient zudem der engen Verzahnung mit dem Wohnquartier.

Ziele

Älteren Menschen wird die Möglichkeit gegeben, sich in familienähnlichen Strukturen zu bewegen und dadurch eine bessere Lebensqualität zu erlangen. Sie können Verantwortung für die Gemeinschaft, aber auch für einzelne Kinder übernehmen. Durch das Vermitteln von Erfahrungen an die jüngeren Generationen gewinnen Sie Wertschätzung und Lebensfreude. Ziel ist, mit nachbarschaftlicher Unterstützung so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Darüber hinausgehende erforderliche Dienstleistungen werden durch professionelle externe Dienstleister erbracht.

Alleinerziehende erfahren Entlastung im familiären Alltag. Dies schafft Freiraum für soziale Kontakte und fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Menschen mit Behinderung werden in die Vielfältigkeit einer Hausgemeinschaft integriert. Gesellschaftliche Akzeptanz durch soziale Inklusion.

Kinder erfahren Entspannung im Verhältnis zum Elternteil, soziale Entwicklung in familienähnlichen Strukturen, Wertevermittlung und Betreuung.

Die Gesellschaft profitiert durch eine Entlastung der sozialen Versorgungsstrukturen. Eine Betreuung in einem in diesem Konzept angestrebten Verbund wird ungleich kostengünstiger sein als die in einer stationären Einrichtung. Durch präventive Maßnahmen bleiben ältere Menschen länger gesund und unabhängig. Durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird es für junge Menschen attraktiver eine Familie zu gründen. Durch das Zusammenführen der Generationen wird dem stetigen Werteverfall begegnet.

Den baulichen Rahmen dieses synergetischen Zusammenlebens bildet ein auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner zugeschnittener Wohnraum der ein selbständiges und selbstbestimmtes Zusammenleben und Wirtschaften ermöglicht. Das Gebäude ist zu 100% barrierefrei und wurde energieeffizient errichtet.

Sachstand Ende 2015

Aktivitäten

  • Seminar einer Studiengruppe der Technischen Hochschule Nürnberg, Fachbereich Sozialwissenschaften 21.11.2015 stattgefunden
  • Arbeitsgruppen: AG Nachbarschaftshilfe, AG Konfliktlösung, AG Kommunikation
  • Selbstverwaltungsaufgaben: Büroverwaltung, Hausdienste, Nebenkosten- und Hausgeldabrechnung, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation der Wohnprojekttreffen
  • Wohnprojekttreffen monatlich (intern)
  • Betreuung von Interessierten: Wohnungsführungen, Wohntisch monatlich (öffentlich)

Projektbeteiligte

- DMH eV
- andersWOHNEN-2010 eG Nürnberg
- Humanistisches Sozialwerk Bayern gemeinnützige GmbH
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Bayerische Landesstiftung
- Stadt Nürnberg

 

Anmerkungen

Träger und Wohnkonzept wurden im Bundesfamilienministerium geprüft. Dem Träger wurde fachlich-inhaltliches Knowhow bescheinigt, das Projekt für innovativ und modellhaft erachtet. Das Projekt liefere einen überregional beispielgebenden Impuls zum Zusammenleben und -wohnen von Alt und Jung.